Sunnybastards 2015

Ich mag kaum Coverplatten, aber dieses musikalische 7-Hör-Menue kann alles. Punkrock ist nicht unbedingt das Sprungbrett für Könner und Schwester/Brüder im Geiste. Aber es gibt Momente da tauchen Lichtgestalten auf. Christian und Sunny von Sunny Bastards sind solche Perlenfischer und Steffi Bella bürgerlich Steffi Müller Kempken ist so ein Schatz. Dieses Review ist nicht von dem „Muschibonus“ getrieben, sondern weil Stefanie Talent hat. Mal davon abgesehen, dass sie dermassen empathisch, nett und durchsetzungsstark ist, hat sie eine Stimme und eine Erfassung die Intention des alten Songs zu errfassen und ihre klitzekleine, aber entscheidene Note zu verpassen, dass man geneigt ist, ihr das Urheberrecht zuzuschreiben. Das ist einfach zum Darniederknien. Hallo @totehosen, @metallica @michaelsiskov etc.., wenn ihr mal eine sehr, sehr gute Duettpartnerin sucht .. hier ist sie. Ich halte Sie auch für so fachkompetent, dass sie eigene Texte schreibt, schreiben kann. Sie kann es einfach. Kurz worum es auf dieser Platte geht: Steffi Bella hat mit befreundeten Musikern/Labelmates aus dem Repoirtore der France Gall Songs gecovert. Wikipediaauszug: „[fʁɑ̃s gal] (* 9. Oktober 1947 als Isabelle Geneviève Marie Anne Gall in Paris; † 7. Januar 2018 in Neuilly-sur-Seine[1]) war eine französische Pop-, Schlager- und Yéyésängerin. Nach einem erfolgreichen Karrierestart in Frankreich gewann sie 1965 für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson mit dem Lied Poupée de cire, poupée de son. Von 1966 bis 1972 sang sie unter anderem auf Deutsch. 1988 hatte sie mit Ella, elle l’a einen Nummer-eins-Hit in Deutschland.“
Steffi Bella kommt aus bzw. Ist in der Punkrockszene beheimatet, aber ihr Talent schafft es dieses räudige, dieses etwas Burschikose in der Stimme beizubehalten und gleichzeitig in den Pop zu ziehen und so zu harmonisieren. Von den begleitenden Bands , kannte ich bis auf Emscherkurve 77 keine Einzige. Und der musikalische Background geht vom Off Beat, Punkska, Psychobílly bzw. Punk’n’rolla und einem echten Organisten Marco Chimienti . Was auch hier auffällt, dass Steffi die Bands unauffällig domptiert, auch aus dieser überenergetischen Ecke herauszieht. Selbst Emscherkurve und Volkssturm bekommen eine sanfte Note. Der Labelchef @ChristianFischer ist zwar in der Skinheadszene sozialisiert, aber erkennt Musik als eine Anreihung von Tönen, die begeistern kann und nicht an Genres gebunden ist. Das macht auch Frau Bella. Sie benutzt ihre Stimme als Instrument. Ja kein überboardernder Opernstall und keine gekünstelte Stimme, die sich im Blues und Soul veirrt und darin erstickt, weil sie den Weltschmerz herausknödeln muss. Zum Rest der Platte: Alleine der Aufbau der Songreihenfolge ist gelungen, das Cover, die Kurzvorstellung der Bands. Aus jedem dieser Songs strahlt die Attituede von Stefanie heraus und vertreibt diesen Schlagermuff aus den 50ern und 60ern aus den Songs und gibt ihnen Frische und Wohlklang gleichzeitig. Man denkt, dass diese Songs heute geschrieben worden sind. Wir haben keine Lady Gaga, keine Adel, Céline Dion , aber wir haben Steffi Bella. Der Song „Dann schon eher der Pianoplayer“ wird einer von fünf Songs mit denen ich beerdigt werden will. Hier hüpft das Stimmchen eine Oktavenleiter hoch und runter. Das klingt so unangestrengt.. Bisher habe ich den Song mind. 100 x gehört.
Meine Anspieltips: Merci Herr marquis“, Das war eine schöne Party“ und „Dann schon eher der Pianoplayer“
CD bestellbar bei sunnybastards.de
