EA80, The Melmacs, The Dead End Kids, Pig Sweat, Das Huhn, ShitShow

Endlich wieder Au-Fest! Das Weihnachten der Punk-/Alternativszene – nur ohne Kirche halt. Hier lässt sich jedes Jahr blicken, wer was auf sich hält. Sehen und gesehen werden. Mit alten Weggefährten quatschen, was früher einmal war. Schrecklich eigentlich, aber auch ganz wunderbar. Und so dauert es auch eine gefühlte halbe Ewigkeit, bis ich zu meinem ersten Bier des Abends komme. Danke, Olli! Nachdem wir beschlossen hatten, der Au für nächstes Jahr nahezulegen, doch besser auf die Bands zu verzichten, weil sich bei diesem Krach ja niemand unterhalten kann, schaute ich mir dann doch mal „The Dead End Kids“ an. Schon viel von ihnen gehört, aber noch nie live gesehen. Ich war positiv überrascht. Was die Damen und der Herr dort auf der Bühne fabrizierten, gefiel mir mehr als gut. Da muss wohl mal ein Tonträger her.

(Kurze Werbeunterbrechung: Am 19.09.2026 spielen unter anderem die Kids zusammen mit N.T.A. und meiner Band auf dem Rebel Forest Festival in Darmstadt. Kommt rum!)
Ich nutzte die Pause, um die nächsten Gestalten zu begrüßen. Zwischendurch fielen mir so einige Anekdoten ein, die hier in der Vergangenheit passiert sind. Keine Ahnung, seit wann ich das Au-Fest besuche, aber es dürften locker 30 Jahre sein. Erschreckend! Das gilt auch für die Tatsache, dass ich es heutzutage schaffe, einen solchen Abend nüchtern zu überstehen. Damals undenkbar, heute spätestens am nächsten Tag fantastisch.
Mit „Pig Sweat“ aus Bern knallte mittlerweile das obligatorische Au-Hardcore-Geballer aus den Boxen. Nicht so ganz meine Tasse Kaffee, aber sympathisch, und vor der Bühne tobte der Pogo-Mob. Alles sehr fair und rücksichtsvoll. Überhaupt eine gute Sache, das Awareness-Team des Festivals im Dunkeln durch LED-Leuchtschrift sichtbar zu machen. Ich hoffe trotzdem, dass sie nichts zu tun hatten.

Für „The Melmacs“ gilt so ziemlich das Gleiche wie für die „Dead End Kids“: Haben mir ebenfalls gut gefallen. Deren Sängerin steckt einen mit ihrer Spielfreude direkt an und holte mich auch mit ihren korrekten Ansagen ab.

Während der Umbaupause merke ich, dass es extrem voll ist, und frage mich, ob das in der Vergangenheit auch schon immer so war oder ob es an den Mönchengladbachern liegt, die auf der Bühne gerade ihren Line-Check absolvieren. Nach dem Dank, dass sich die Anwesenden für das Au-Fest und gegen Rock am Ring entschieden haben, bretterten EA80 ihre Songs in den Frankfurter Nachthimmel, wie man es von ihnen kennt und liebt. Einfach eine legendär gute Band, die sogar älter ist als die Au selbst.

Bleibt nur zu sagen: Danke an das Team der Au, das Jahr für Jahr ein so tolles Fest auf die Beine stellt. Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr, komme aber bestimmt vorher nochmal auf das ein oder andere Kellerkonzert vorbei. Klingt nach einer Drohung? Ist es auch!
Bis nächstes Jahr beim Punk-Weihnachten.
