Böhse Onkelz

15.12.2025 Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

Stuttgart – Auch wenn ich sehr ungern in diese Stadt fahre, so musste es an diesem kalten Dezember-Montag sein. Die ONKELZ spielten den im Rahmen ihrer „Hier sind die Onkelz“ Tour 2025 zwei Konzerte in der alten Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Das erste Konzert habe ich leider aufgrund eines nicht vorhandenen Tickets verpasst, umso mehr freute ich mich auf diesen Abend. Und wenn die Band dieses Jahr schon nicht in Frankfurt(Main) spielt, muss ich eben nach Stuttgart fahren.

Die Parkgebühr von 8,00 EUR war für Stuttgarter Verhältnisse ok. Immerhin parkt man so ziemlich direkt vor der Halle. Zuerst noch einen Abstecher beim B.O.S.C.-Stand gemacht und mir, als Mitglied des Social-Clubs mein Dankeschön abgeholt. Dann ging’s direkt vor den Eingang. Der Einlass war um 18:00 Uhr angesetzt, aber die Türen öffneten sich bereits um 17:50 Uhr. Rein, kurz auf’s Klo und dann direkt ein schönes Plätzchen zum Konzert schauen/hören gesucht. Was zu trinken brauchte bzw. wollte ich nicht. Da ich mit dem Auto angereist war, habe ich auch kein Bier getrunken. Und ONKELZ-Fans sind stur. Verlässt man seinen Platz, ist der dann auch weg. Ich stand direkt vorne rechts am FOH. Nun warten… Kurz bevor die Support-Band SMASH INTO PIECES um 19:40 Uhr die Bühne betrat, kam ein (vermutlich) übereifriger Security-Mitarbeiter und wies alle Fans die an der Absperrung zum FOH standen an, bitte mindestens einen Meter Abstand zum Gitter zu halten. Dies sei der Weg für die Sanitäter. Ja… Ok… Versuchen wir das mal.

Kaum war das Hallenlicht aus und die Support-Band auf der Bühne interessierte das niemanden mehr, weder die Besucher noch die Security.

Das Publikum nahm die Support-Band freundlich auf und machte mit. Mir persönlich sagte die Band überhaupt nicht zu. Jedes Lied klang irgendwie gleich. Schade. Nach genau 30 Minuten waren sie dann auch wieder fertig. Umbaupause. Die ersten „Oh, wie ist das schön!“-Chöre erklangen, die Halle füllte sich noch weiter.

Um 20:40 Uhr war es dann endlich so weit, das Hallenlicht ging aus. Die Besucher in der Halle lauter. Zwei Minuten später erklang das Intro der Tournee. Die beiden LED-Wände links und rechts fuhren langsam in die Mitte zusammen und zu sehen gab es jede Menge Anspielungen auf die vergangen 45 Jahre ONKELZ-Geschichte. Anschließend erklangen direkt „Hier sind die Onkelz“ als Opener. Was eine Wucht. Dieses Lied, es kotzt vor Pathos, ist einfach der beste Opener für eine ONKELZ-Show. Nach kurzer Ansage ging es direkt weiter mit „Finde die Wahrheit“ und „Gehasst, verdammt, vergöttert“. Mein erstes Highlight kam mit „Lüge“ umgehend. Hier schnaufte die Menge zum ersten Mal etwas durch um anschließend wieder voll aufzudrehen. Zwischenzeitlich wurden ein, zwei kleinere Kinder (ca. zehn Jahre alt), welche sich in der ersten Reihe befanden im Bühnengraben auf Stephan Weidners Wunsch in Sicherheit gebracht. Beim der all-abendlichen Lautstärke-Messung knackte das Publikum heute den bisherigen Tour-Rekord von 110,x dB. Zwischendurch forderte Stephan das Publikum auf, beim Pogo nicht nach vorne gegen die Absperrungen zu gehen, um Besucher in den ersten Reihen zu schützen. Die Band spielte ein buntes Potpourri aus Hits und Raritäten, Lieder die zwischen 1984 (als der erste Longplayer namens „Der nette Mann“ erschien) und 2000 („Ein böses Märchen… aus tausend finsteren Nächten“ CD). Besondere Highlights waren, meiner Meinung nach, das bereits erwähnte „Lüge“, aber auch „Wenn du wirklich willst“, „Ich“ und „Wer nichts wagt, kann nichts verlieren“.

Auf die übliche Bühnen-Show mit Pyro-Technik wurde verzichtet. Dafür wurde eine bombastische Licht-Show abgefeuert. Die Band hat, wie immer, ordentlich aufgefahren und die vorhandene Technik wurde auf genutzt. Keine Ahnung wie viele Lampen im Einsatz waren, aber es sah immer gut aus.
Gerüchte, Kevin Russell würde auf der Bühne keine gute Figur machen, kann ich absolut nicht bestätigen. Er war im Hier und Jetzt, voll auf der Höhe und macht auch die Ansagen zu „Ein langer Weg“ und „H“. Auch sonst wirkte er, für sein Alter, echt fit. Weiterhin schön zu sehen, dass er sein Leben noch immer im Griff hat.
Zum Abschluss des Hauptsets wurde, trotz der anwesenden Kinder im Bühnengraben, „Der nette Mann“ und „Nichts ist für die Ewigkeit“ gespielt. Die Band verließ die Bühne und ich dachte, die Luft sei nun etwas raus. Denn die Rufe und der Applaus hielten sich in Grenzen.
Aber als Vincent, der Sohn des Gitarristen Matthias „Gonzo“ Röhr, raus kam und das „Intro Oratorium“ zum Großteil live gespielt hat und dies nahtlos in „Wir ham‘ noch lange nicht genug“ überging, da kochte der Kessel erst so richtig. Die Zugabe beinhaltete die üblichen Lieder, was dem Konzert für die meisten Besucher sicherlich die Krone für diesen Abend aufsetzte. Pünktlich um 23:00 Uhr war der Spuk dann leider auch schon wieder vorbei.

Ein rundum gelungenes Konzert! Ich freu mich schon jetzt auf Nürnberg 2026!

Hier noch die Setlist des Abends:

  1. Hier sind die Onkelz
  2. Finde die Wahrheit
  3. Gehasst, verdammt, vergöttert
  4. Lüge
  5. So sind wir
  6. Kneipenterroristen
  7. Wenn du wirklich willst
  8. Terpentin
  9. Ich
  10. Stunde des Siegers
  11. Exitus
  12. Danke für nichts
  13. Weit weg
  14. Ein Mensch wie du und ich
  15. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren
  16. Ein langer Weg
  17. Ohne mich
  18. Nur die Besten sterben jung
  19. H
  20. Der nette Mann
  21. Nichts ist für die Ewigkeit
  22. Intro Oratorium
  23. Wir ham‘ noch lange nicht genug
  24. Auf gute Freunde
  25. Mexico
  26. Erinnerungen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert