DIE SCHRÖDERS – MUTTER HORCHT AN DEINER TÜR

1990 – T.A.O.B. Products

Nachgehorcht


Es war Anfang der 1990er-Jahre, als ich in der Bravo-Fotolovestory eine Band mit dem Namen „Die Schröders“ entdeckte. War ja noch nix mit Spotify oder ähnlichem, also bin ich zum Plattendealer meines Vertrauens losgezogen, um mir anzuhören, was diese bunte Truppe eigentlich für Musik macht. Gleich der erste Song trat gut in den Arsch und überzeugte den kleinen Marco mit seiner treibenden, nicht zu glatt gemixten Snare und dem melodischen Gesang. Und ja, der pubertäre Text holte mich damals voll ab – schließlich war ich auch Fan von den Abstürzenden Brieftauben und sowas gewohnt, haha. Wie so oft sind es aber genau diese Rattenfänger-Lieder, die einen zuerst kriegen. Erst nach mehrmaligem Hören des Albums entdeckt man die wirklichen Perlen der Scheibe.

Songs wie „Explosive Zeiten“, „Komm zurück“, „Unser Weg“, „Lieber Gott“, „Wellenreiter“ usw. funktionieren für mich auch heute noch hervorragend. Nach Jahren des Nichthörens dreht das Vinyl aktuell wieder öfter seine Runden. Und auch wenn schlecht gealterte Songs wie „Tutti Frutti“ heute etwas aus der Zeit gefallen wirken, finden sich hier keine groben Textzeilen, für die man sich rückblickend schämen müsste. Komisch eigentlich, dass ich von der Band ansonsten kein einziges Album kenne. Irgendwann hatten sie mit „Lass uns schmutzig Liebe machen“ ja einen Hit, der ständig im Radio lief – und den ich einfach nur furchtbar fand. Das war allerdings auch schon eine Zeit, in der ich lieber härteren Punk hörte. Eine kurze Google-Recherche ergab, dass die Band scheinbar immer noch, wenn auch sehr selten, vereinzelt Konzerte spielt. Sänger „Burger“ kennt ihr heutzutage ansonsten vielleicht auch als Mitglied der Band „Monsters of Liedermaching“.

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